Aufbruch Bayern: Anwenderzentrum für Karbonfaser-Technologien
„Schwarzes Gold – Karbon ist Bayerns Werkstoff der Zukunft.“
Eigentlich ist sie ein Leichtgewicht, doch ihre Bedeutung wiegt schwer: die Karbonfaser. Je nach Verarbeitung können aus Karbonfaser-Verbundwerkstoffen Autotüren, Flugzeugteile, Roboterarme oder Bremsscheiben entstehen. Der Vorteil: „Karbonfasern wiegen fünfmal weniger als Stahl, sind über 30 Prozent leichter als Aluminium und dabei enorm stabil“, betont Dr. Reinhard Janta, Leiter des Meitinger Standortes der SGL Group, einem führenden Hersteller von Graphit- und Karbonprodukten. Das macht das schwarze Gold zum nachgefragten Produkt: Je leichter etwa ein Flugzeug ist, desto weniger Treibstoff verbraucht es. Bei Elektroautos bedeutet weniger Gewicht mehr Reichweite.
Auch in anderer Hinsicht hilft der Werkstoff, die Umwelt nachhaltig schützen. „Rotorblätter für Windkraftanlagen sind heute bis zu 60 Meter lang. Werden sie aus Karbonfasern gefertigt, erhöht sich die Leistung, weil deutlich weniger Gewicht bewegt werden muss.“ Auch wenn wenig Wind weht, dreht sich der Rotor. Doch bis mit Leichtigkeit viel bewegt wird, müssen noch einige Herausforderungen bewältigt werden. „Noch sind Karbonfaser-Bauteile kein Massenprodukt.“
Um das zu ändern, unterstützt der Freistaat das Anwenderzentrum für Karbonfaser-Technologien in Augsburg mit 10,5 Millionen Euro. Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Automobilbau, Energietechnik und Flugzeugbau entwickeln dort gemeinsam neue Prozesse, um die Verarbeitung von Karbonfasern zu automatisieren, die Produktionskosten zu senken und somit die Stückzahlen zu erhöhen. „Rund um Augsburg hat sich ein weltweit einzigartiges Know-how im Karbonfaserbereich etabliert. Das Anwenderzentrum hilft uns, diesen Innovationsvorsprung weiter auszubauen“, ist Dr. Janta überzeugt.
Weil Innovationen unser Leben verbessern und Arbeitsplätze von morgen schaffen.


